Psychosomatik 

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit dem Zusammenhang und dem Wechselspiel zwischen körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren auf unsere Gesundheit. Sie bildet die Komplexität des ganzen Menschen in seiner Funktionalität ab und ist gerade im Zuge der zunehmenden medizinischen Technisierung und Hochspezialisierung als ganzheitliche Sichtweise wieder umso bedeutungsvoller geworden.  Eine nur somatische (körperliche) oder nur psychische Betrachtungsweise wird vielschichtigen Krankheitsbildern wie z.B. chronischen Schmerzen oder diffusen funktionellen Organstörungen nicht gerecht. 

 

Info Vorab:       Chronische Schmerzen 

Psychocardiologie 

Der Volksmund weiss über körperliche und seelische Zusammenhänge schon lange Bescheid. Althergebrachte Redewendungen wie „ich habe mir das auch noch aufgehalst, jetzt sitzt es mir im Genick“, „das schlägt sich mir auf den Magen“, „ich stehe total unter Druck“ „das macht mir Kopf zerbrechen“, „Ich habe Schiss“ „das bricht mir fast das Herz“,  zeugen davon.

Die Psychosomatik findet Ihren Behandlungsschwerpunkt bei  funktionellen Störungen, die häufig bei einem „burn out“ auftreten. Bei den funktionellen Störungen leidet der Betroffene unter erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen, ohne dass der zuständige Facharzt einen relevanten krankhaften körperlichen Befund erheben kann. Häufig sind: Herz-Kreislaufbeschwerden, Atemnot, Tinnitus, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Unterbauchschmerzen und Blasenbeschwerden. Die Patienten laufen dabei leicht Gefahr als psychisch Kranke, als Hypochonder und im schlimmsten Fall als Simulant bezeichnet zu werden. Es kommt zu unnötigen Mehrfachuntersuchungen und Arztwechseln. In diesen Fällen arbeite ich zunächst psychoedukativ indem ich den Patienten über den Zusammenhang von psychischen Stressoren und daraus resultierenden nervösen körperlichen Fehlfunktionen aufkläre. In einem zweiten Schritt werden die individuellen Stressoren gemeinsam analysiert und Wege zur Bewältigung aufgezeigt. Eine sinnvolle Ergänzung stellen Entspannungs- oder meditative Verfahren zur besseren Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung dar.

Lang anhaltende psychische Stressoren mit nervösen körperlichen Fehlfunktionen können das Gleichgewicht des Zusammenspiels unserer Organsysteme stören und eine organische Erkrankung auslösen und/oder unser Immunsystem irritieren. So kann es dann im Langzeitverlauf zur Manifestation einer schweren körperlichen Erkrankung kommen.

Eine schwere körperliche Erkrankung beeinträchtigt immer auch die psychische Verfassung und das soziale Funktionsniveau eines betroffenen Menschen. Eine in Mitleidenschaft gezogene und erkrankte Psyche verzögert aber den Heilungsprozess einer schweren körperlichen Erkrankung.

Ich biete in diesen Fällen meinen Patienten zusätzlich zur körperlichen Behandlung beim zuständigen Facharzt und Hausarzt eine ergänzende spezifische Psychotherapie an. Bei dieser Psychotherapie geht es  um Erkennen von psychischen Stressoren als Störfaktoren für den Genesungsprozess, Erarbeitung eines Krankheitsmodelles, Krankheitsverarbeitung und Umgang mit Behinderung sowie Neuorientierung auf beruflicher und privater Ebene durch Aktivierung von  Ressourcen.